Sichere Pharma Supply Chain
Cap-Lock-Verschluss für Vials stärkt Manipulationsschutz und Digitalisierung
Mittwoch, 04. März 2026
| Redaktion
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Cap-Lock für Vials ist für unterschiedliche Vialgrößen adaptierbar und kombiniert eine irreversible Erstöffnungsindikation mit RFID- und NFC-Funktionalität
Cap-Lock für Vials ist für unterschiedliche Vialgrößen adaptierbar und kombiniert eine irreversible Erstöffnungsindikation mit RFID- und NFC-Funktionalität, Bild: Schreiner Medipharm

Mit dem Cap-Lock für Vials haben Schreiner Medipharm und Oechslerhealth eine Lösung entwickelt, die eine analoge und digitale Erstöffnungsindikation kombiniert. Ziel ist es, die Integrität von Primärpackmitteln zu erhöhen und zugleich digitale Funktionen für mehr Transparenz in der pharmazeutischen Lieferkette bereitzustellen. Die Technologie wurde im Rahmen der Pharmapack in Paris vorgestellt.

Die Sicherstellung der Unversehrtheit von Vials ist ein zentraler Bestandteil einer stabilen Pharma Supply Chain. Herkömmliche Flip-Off-Kappen bieten zwar einen Basisschutz. Manipulationen lassen sich jedoch nicht in jedem Fall eindeutig erkennen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an digitalen Anwendungen, um Prozesse effizienter und nachvollziehbarer zu gestalten. Vor diesem Hintergrund entstand die Cap-Lock-Lösung als Kombination aus mechanischer Sicherung und digitaler Funktion.

Cap-Lock als irreversible Erstöffnungsindikation

Das System basiert auf einer zusätzlichen Kunststoffkappe, die von Oechslerhealth entwickelt wurde. Sie wird auf das verschlossene Vial aufgesetzt und verbindet sich formschlüssig mit der bestehenden Flip-Off-Kappe. Da beide Komponenten den gleichen Durchmesser aufweisen, kann das Funktionslabel passgenau appliziert werden. Beim erstmaligen Öffnen wird das Cap-Lock-Label irreversibel beschädigt. Die Erstöffnung ist damit eindeutig sichtbar, ein unbemerktes Wiederaufsetzen der Kappe technisch ausgeschlossen. Die Lösung trägt so zur Erhöhung der Produktsicherheit bei, insbesondere in sensiblen Anwendungsbereichen.

Digitale Funktionen für mehr Transparenz

Neben der sichtbaren Erstöffnungsanzeige integriert Cap-Lock digitale Technologien. Ein eingebetteter RFID-Chip ermöglicht die elektronische Erfassung der Erstöffnung sowie das Tracking einzelner Vials auf Unit Level. Geöffnete Behältnisse können automatisiert identifiziert werden, was beispielsweise im klinischen Umfeld die Prozesssicherheit im Medikamentenmanagement unterstützt. Optional lässt sich eine NFC-Funktion integrieren. Diese erlaubt die Authentifizierung per Smartphone und kann zur Überprüfung der Echtheit eines Produkts eingesetzt werden. Damit werden analoge Sicherheitsmerkmale um digitale Prüf- und Dokumentationsmöglichkeiten ergänzt.

Cap-Lock für gängige Vialformate adaptierbar 

Die Lösung ist für unterschiedliche Vialgrößen ausgelegt und kann in bestehende Abfüll- und Verpackungsprozesse eingebunden werden. Die Kombination aus irreversibler Erstöffnungsanzeige und digitaler Datenerfassung zeigt, wie sich Anforderungen an Manipulationsschutz, Rückverfolgbarkeit und Automatisierung in einem System zusammenführen lassen.

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